Wittmann: “Man weiß nie, wo es endet”

IMG_0252
Steffen Wittmann läuft präzise wie ein Uhrwerk. Diese Formulierung ist wohl nicht übertrieben, wenn man den jüngsten Erfolg des 26-Jährigen von der Laufarena Allgäu in Nesselwang genauer betrachtet. Beim Marathon in Würzburg verbesserte er seine persönliche Bestzeit um fast zwei Minuten auf 2:37:33 Stunden und belegte damit den fünften Platz. Wovon viele Läufer nur träumen können: Wittmann teilte sich das Rennen über 42,195 Kilometer bestens sein. Das beweisen seine Zwischenzeiten: 1:18:42 Stunde brauchte er für den ersten Halbmarathon, 1:18:52 für die zweite Hälfte. „Ich bin selbst überrascht, dass ich das so konstant durchgezogen habe. Andere sind vornweg geprescht und später eingebrochen“, freute sich der Physiotherapeut aus Kempten nach seinem zehnten Marathon. Im Gegensatz zu anderen Läufern beflügelten ihn die warmen Temperaturen am Sonntag in Unterfranken. „Das waren genau meine Bedingungen“, sagte Wittmann. Für den aufstrebenden Ausdauersportler, der zuletzt pro Woche 120 bis 140 Kilometer in variablem Tempo lief, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

IMG_0140Davon gehen Experten mit Blick auf sein konsequentes Training aus. Pro Woche läuft er um die fünf Einheiten: “Auf dem Programm stehen einmal Tempotraining, einmal Intervalltraining, ein langer Lauf zwischen 35 und 46 Kilometer sowie zwei lockere Läufe um die 20 Kilometer”, verrät Wittmann, der heuer seine sechste Saison bestreitet.

Mit 26 Jahren ist er vergleichsweise jung im Marathon-Geschäft, bei dem viele Läufer erst jenseits der 30 ihre Bestzeiten erzielten. Beispiel Konrad Dobler. Der Allgäuer Rekordhalter vom SVO Germaringen war 34 Jahre alt, als er 1991 in London mit seiner fabelhaften Zeit von 2:11:57 für Furore sorgte. Wie weit es Wittmann bringen wird? Darauf ist er selbst gespannt: „Man weiß nie, wo es endet. Ich bin jung und voll motiviert. Warten wir’s ab.“  Seine nächsten großen Ziele: Im 29. Juni will er den Graubünden-Marathon in Angriff nehmen, es folgt der Salomon-4-Trails-Run von Garmisch-Partenkirchen nach Samnaun/Schweiz (160 km, 10 000 Hhm im Aufstieg) und als weiterer Höhepunkt der Voralpenmarathon (50 km, 1250 Hhm) am 22. September in Kempten, der zugleich als deutsche Meisterschaft im Ultratrail gewertet wird.

IMG_0256Bekannt ist Wittmann auch für seine markigen Sprüche. Als er heuer den Halbmarathon in Ottobeuren vor der jungen Allgäu-Garde des Teams “b_faster” gewann, schrieb er auf Facebook: “To fast for b_faster”. Das fanden nicht alle lustig. Doch das sieht Wittmann gelassen. “Beim Silvesterlauf in Kempten wurde ich von den schnellen Jungs über 10 Kilometer verputzt. Deshalb kam nach Ottobeuren meine Ansage. Jeder, der mich kennt, weiß, dass das ein Spaß war”, erklärt er.

IMG_6030Dass er und die “b_faster”-Läufer durchaus gemeinsame Sachen machen können, zeigte der Marathon in Würzburg. Wittmann lief ein gutes Stück der ersten Hälfte gemeinsam mit Senkrechtstarter Kevin Key aus Betzigau, der  am zeitgleich gestarteten Halbmarathon teilnahm. “Das hat vom Tempo her super gepasst”, meint Wittmann. Der 21-jährige Key kam nach 1:18:00 als 13. ins Ziel und war zugleich vierbester Deutscher! “Kevin ist für mich der absolute Aufsteiger”, lobt Wittmann.

Die Duelle in den nächsten Jahren versprechen einige Spannung ….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.