Sonthofer will Bodensee durchschwimmen

HamzaEin Allgäuer sorgt für Aufruhr unter den Extremschwimmern: Hamza Bakircioglu, 41, aus Sonthofen will als erster Mensch den Bodensee ohne Neoprenanzug der Länge nach durchkraulen! Um die 64 Kilometer lange Distanz von Bodmann nach Bregenz am Stück zurückzulegen, rechnet er mit 24 bis 32 Stunden. „Aber wenn es sein muss, schwimme ich auch länger“, sagt der Deutsch-Türke, der sich seit Herbst intensiv im Training befindet, bislang aber ein unbeschriebenes Blatt in der Szene ist. Am 2. August will er seinen Rekordversuch wagen. Seine spärliche Ausrüstung: Badehose, Badekappe und Schwimmbrille. Das Begleitboot mit neutralem Beobachter und Betreuern darf er nicht berühren. „Ich weiß, das klingt verrückt. Aber es reizt mich und deshalb werde ich es versuchen“, kündigt der ältere Bruder des früheren Landesliga-Fußballers Yusuf Bakircioglu an.

Seit Herbst ist Hamza eigenen Angaben zufolge drei Mal  64 Kilometer am Stück im „Wonnemar“-Hallenbad in Sonthofen geschwommen. Zuletzt am vergangenen Wochenende, als er nach 26 Stunden aus dem Becken stieg. „Zwischen Kilometer 37 und 45 wird es richtig hart. Da muss man kämpfen. Aber danach geht es“, sagt das Energiebündel (1,82 Meter groß, 81 Kilo).  Zudem habe er drei Mal 32 Kilometer am Stück im Hallenbad zurückgelegt. „Ich bin konditionell topfit und kann sehr, sehr lange Distanzen schwimmen“, erklärt Hamza. „Ich hab danach einen Muskelkater. Aber ein paar Tage später trainiere ich wieder. Vor Profis brauche ich mich mit diesem Training nicht zu verstecken“, meint der Industriemeister und verheiratete Vater von zwei Kindern.

Schwimmen, Bodensee, Hamza Im Vorjahr hat er seine Leidenschaft fürs Langstreckenschwimmen entdeckt. Beim 33,3-Stunden-Schwimmen des TV Kempten 1856 schaffte er es mit 53,125 Kilometern auf Platz zwei bei den Männern. Für den Schwimmmaratahon am Bodensee krault er derzeit an sechs Tagen die Woche mindestens sechs Kilometer. Mit seiner Aktion will er Spenden für das Kinderhospiz in Bad Grönenbach sammeln.

Hamza ist nicht der einzige Kandidat, der heuer den Weltrekord am Bodensee aufstellen will: Medienberichten zufolge plant Weltklasse-Schwimmer Christof Wandratsch, 46, aus dem oberbayerischen Haiming bereits im Juni einen Rekordversuch ohne Neoprenanzug. Auch die Schweizer Szenegröße Bruno Baumgartner, 43, will in diesem Sommer die Längsquerung angehen. Im Vorjahr waren Bruno Dobelmann und Maximilian Melyarki  gescheitert.

Als bislang einziger Schwimmerin gelang Sandra Albrecht (Lindau) 2001 die Bodenseedurchquerung – allerdings im Neoprenanzug. Sie benötigte 23,5 Stunden.

(Einen ausführlichen Bericht über Hamza findet Ihr am morgigen Freitag in der Allgäuer Zeitung)

 

4 Gedanken zu „Sonthofer will Bodensee durchschwimmen“

    1. Hallo Sandra,

      vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich denke, Du hast eine interessante Diskussion angestoßen. Die Meinungen darüber, ob Kirsten Seidel die Strecke geschafft hat, gehen offenbar auseinander. Im Internet habe ich dazu eine Passage aus einem Text der Stuttgarter Zeitung gefunden. Darin heißt es in Bezug auf die aktuellen Versuche in diesem Jahr: „Kirsten Seidel aus Dresden hält nicht viel von der aktuellen Diskussion: ‚Ich habe die 64 Kilometer im Bodensee von Bodman nach Bregenz am 18. August 2012 ohne Neoprenanzug geschwommen.‘ Ein Beobachter des Veranstalters oder ein Notar war nicht dabei. „Aber die Wasserwacht, die DLRG und das Fernsehen“, sagt sie. Auf der Internetseite von Oliver Halder (dem Veranstalter der Bodenseequerung, meine Anmerkung) wird Kirsten Seidel jedenfalls nicht gelistet. Der Veranstalter sagt, in dem Fernsehbeitrag sei eindeutig zu sehen, dass Kirsten Seidel das Begleitboot berührt hat.“ Ich persönlich kann es nicht beurteilen, ob sie es tatsächlich geschafft hat. Ebensowenig kann ich allerdings auch mit Sicherheit sagen, dass sie gescheitert ist. Ich habe die Passage (von wegen Kirsten Seidel scheiterte im Vorjahr) deshalb aus dem Text genommen. Die Diskussion wird sicher weitergehen….
      Viele Grüße
      Tobias

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