Kurven-Kick im Kini-Land

2013-05-18 13.39.23Hm, ist ja ganz nett: das ganze Laufen, Radeln und Schwimmen. Aber wenn man aus einer Eishockey-Hochburg im Ostallgäu kommt (ich sag nur: Altmeister EV Füssen), dann weiß man durchaus zu schätzen, dass es auch ein Alternative gibt: Erinnert sich noch jemand an die guten, alten Inline-Skates? Die meisten haben sie wohl vergessen oder unauffindbar irgendwo im letzten Winkel des Kellers verstaut – was wiederum gar nicht sooo schlimm ist. Denn so heißt es für die wenigen verbliebenen Skater: Bahn frei auf den einschlägigen Allgäuer Asphalttouren. Selbst an einem der wenigen Sonnentage in diesem so genannten Frühling kann man ungestört loslegen.

Von Anne-Sophie Weisenbach

Wer herrliches Panorama mit Schwung und Spaß (Triathleten lockt man wohl eher mit dem Begriff “Grundlagentraining”…) verbinden will, dem sei eine Runde auf dem Radweg um den Forggensee empfohlen. Hier gibt es alles, was das Skater-Herz begehrt: einen asphaltierten Radweg mit leichten Höhenunterschieden, einen unschlagbaren Blick auf Berge, Schloss Neuschwanstein und den See sowie hartnäckige, aber schlagbare Konkurrenz in Form von E-Bikern.

Weiterer Vorteil speziell für Auswärtige: die Runde mit Start- und Ziel in Schwangau, das von Insidern auch als gelobtes Land bezeichnet wird, ist durchgängig beschildert. Der Weg ist übrigens breit genug, um den Ausflug als, wie man heute so schön sagt, Team-Event zu zelebrieren. Da Inline-Skates mittlerweile irgendwie out zu sein scheinen, heuert man am besten einen schnellen Läufer oder (leichter zu finden!) einen halbwegs fitten Radler als Begleiter an.

Nach den obligatorischen Wacklern zum Auftakt, nimmt man schnell Fahrt auf und genießt die Vorzüge des Skatens: den Speed, den man viel direkter als beim Radeln empfindet, die Herausforderung an Koordination und Kondition, die das Ganze abwechslungsreich machen, den Kick in den Kurven im Kini-Land…

Etwa eineinhalb bis zwei Stunden dauert die Runde um den Forggensee. Wer sich zwischenzeitlich auf einem der Feldwege direkt an den See begeben will, dem empfiehlt sich, passende Schuhe in einen Rucksack zu packen (in diesen Tagen wohl am besten Gummistiefel…). Allem Wetter-Gejammer zum Trotz: Ein echter Skater scheut auch vor Regen nicht zurück.

So oder so: Am Schluss der Tour wartet eine unschlagbare Belohnung. Im „Milchhäusle“ in Schwangau, italienischen Gästen auch als Casa di Latte bekannt, gibt es Milchshakes in vielen Variationen. Nach langer Tour dort angekommen, bleibt Zeit und Muße sich mit wichtigen Fragen der (Sport-)Geschichte zu beschäftigen. Zum Beispiel, warum einem auf der gesamten Tour kein einziger Inline-Skater begegnet ist?

Die Antwort steht noch aus. Und eigentlich kann sie nur von jenen kommen, die ihre Skates vergessen oder unauffindbar irgendwo im letzten Winkel des Kellers verstaut haben…

2013-05-18 14.13.03

2 Gedanken zu „Kurven-Kick im Kini-Land“

  1. Dein Einfall und Deine Ausfahrt animiert zum ‘Inlinerausdemkellerholenundlosfahren’
    Ich freue mich schon, wenn ‘allgaeu-ausdauer.de’ zur Sternfahrt und Kaffee und Kuchen einlädt.
    Ich bin wahrscheinlich und bestimmt mit Freude dabei…

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