Illermarathon: “Gemeinsam dem widrigen Wetter trotzen”

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Rainer Kaun gibt Tipps für den Illermarathon.

Bloß nicht aufREGEN! Diesen Tipp gibt Rainer Kaun allen Teilnehmern am 23. Illermarathon an diesem Sonntag, 2. Juni, um 8.15 Uhr in Immenstadt. “Wir sind Freiluftsportler. Seht das Ganze als Herausforderung: Wir trotzen gemeinsam dem widrigen Wetter! Wer seine Betriebstemperatur erreicht, dem ist es im  Wettkampf egal, wie lange er durchnässt läuft”, macht der 55-jährige Mitorganisator Mut. Knapp 300 Läufer erwarten die Veranstalter (LG Immenstadt mit Unterstützung von ASV Martinszell und LG Allgäu-Kempten) auf den Distanzen Marathon und Halbmarathon. Doch wie präpariert man sich am besten für die Rennen bei unbeständiger Witterung? Für Experten Kaun ist der Fall klar.

Er rät dazu, sich nicht zu warm einzumümmeln. “Letztlich muss jeder seine eigene Entscheidung treffen. Aber ich empfehle T-Shirt, leichte Regenjacke, kurze Hose, und ein Käppi, um Schweiß und Regentropfen von den Augen fernzuhalten “, sagt der Vorsitzende des ASV Martinszell. Um auf Nummer sicher zu gehen, könnten gerade Neulinge anfangs freilich auch die eine oder andere “alte Klamotte” überziehen. “Wenn’s dann doch zu warm werden sollte, kann man sie ja los werden. Am besten bei einem unserer Helfer. Um die 90 Ehrenamtliche werden im Einsatz sein”, sagt Kaun, der seit 1996 im Orga-Team mitmischt.

Darüber hinaus hat er selbst viele Läufe bestritten. Seinen voerst letzten Wettkampf meisterte er übrigens bei ähnlich mauen Bedingungen, wie sie derzeit im Allgäu herrschen: Vor drei Jahren absolvierte er den Rennsteiglauf (72 Kilometer) in Thüringen in 7:52 Stunden.  “Da war’s kalt und regnerisch. Aber es war ein Riesenerlebnis”, sagt der Hobbysportler mit Marathon-Bestzeit von 3:08 Stunden (erzielt in Regensburg 1999).

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Kaun beim Rennsteiglauf 2010. Die Bedigungen waren ähnlich mau wie derzeit im Allgäu.

Dass es sich selbst bei schlechtem Wetter lohnt, einen Wettkampf zu bestreiten, steht für den Oberallgäuer außer Frage: “Die warme Dusche danach ist einmalig”, sagt er schmunzelnd. Das gilt auch für die Helfer, die bei Temperaturen um die 10 Grad mindestens genauso ausgekühlt sind wie die Läufer. “Es ist einfach klasse, dass wir so viele zuverlässige Leute im Boot haben. Ihnen gilt schon jetzt ein besonderes Dankeschön”, sagt der Mitorganisator.

Den Start kann Kaun kaum erwarten: “Für mich ist das Motivation pur, wenn sich der Tross in Bewegung setzt. Da wäre man selbst gern dabei.”  Den Schwung nimmt er mit in sein eigenes Training. Nach drei Jahren Abstinenz will der  Geschäftsführer einer Firma für Rohr- und Kanalreinigung im Herbst wieder einen Marathon in Angriff nehmen. Für ihn ist Laufen das beste Mittel, um buchstäblich wieder ins Gleichgewicht zu kommen. “Wenn ich nichts mache, nehme ich wahnsinnig schnell zu”, gesteht er. Im Winter schleppte der 1,72 Meter große Fan von Gummibärchen und Currywurst 95 Kilo mit sich herum. Mittlerweile hat er schon zehn Kilo abtrainiert. Weitere sollen folgen. “Wenn man sich erst einmal aufgerappelt hat, geht das ziemlich schnell”, gibt er allen Einsteigern mit auf den Weg.

Für sie preist er auch die besonderen Bedingungen im Allgäu (jetzt mal abgesehen vom Wetter….): “Unsere Region ist doch grandios für den Ausdauersport. Man findet mittlerweile überall Mitstreiter. Getreu dem Motto: ‘Wenn nicht hier, wo dann…?'”

Früher sei das anders gewesen, erinnert er sich an seine Laufanfänge vor über 20 Jahren, als ein Marathoni noch als Exot galt. So sei der Illermarathon bei der Premiere 1991 der erste Marathon in Schwaben gewesen. Ins Leben gerufen hat ihn Hans Peter Refle, der heute noch mit über 70 Jahren der “Chef von det Janzen ist”, wie die teilnehmendem Gäste aus dem Norden der Republik voller Anerkennung sagen.

Ob sie am Sonntag den normalweise herrlichen Panoramablick am Alpsee genießen können, darf aufgrund der Wetterprognosen bezweifelt werden. Für das bekannt “familiäre Flair” wollen die Veranstalter auf jeden Fall sorgen. Und auch in punkto Fürsorge sind die Gastgeber laut Kaun gerüstet: Sollte es tatsächlich mal wieder schütten, verteilen die Helfer an den Verpflegungsstationen Schutzfolien. Getreu dem Motto: Bloß nicht aufREGEN!

P.S.: Im Vorjahr gewann Meinrad Briechle (SV Maierhöfen-Grünenbach) den Marathon in 2:54:27 Stunden. Bei den Frauen siegte Katja Gallasch (Team 7 Zwerge) in 3:28:04. Die Streckenrekorde stammen aus dem Jahr 2000. Sie wurden aufgestellt von Wolfgang Schütz (2:32:22) und Sofie Bergmüller (2:52:52).