Georg Groß: Mit knapp 75 in die Top Ten

Georg Groß vom SVO Germaringen.
Georg Groß vom SVO Germaringen.

Er läuft und läuft und läuft! Georg Groß hat beim 12. Neuschwansteinlauf am Bannwaldsee für Furore gesorgt: Der knapp 75-jährige vom SVO LA Germaringen rannte über zehn Kilometer in die Top Ten! In schier unglaublichen 43:08 Minuten belegte der grauhaarige „Groß-Meister“  Platz zehn unter 55 Teilnehmern. Die Siege gingen an Daniel Debertin (LG Region Karlsruhe,  35:28) sowie Lydia Schneider (BSV Weilheim, 51:15).  Den Halbmarathon gewann Meinrad Briechle (SV Maierhöfen-Grünenbach) in 1:22:52  Stunden mit drei Sekunden Vorsprung auf Hubert Maier (TSV Murnau). Bei den Frauen setzte sich Angelika Berchtold (BSV Weilheim) in 1:47:40 durch. Insgesamt verzeichneten die Veranstalter vom TSV Schwangau 151 Teilnehmer. Großes Gesprächsthema  im Zielraum war – natürlich –  Georg Groß. 

„Ich fühle mich so, wie wenn ich fast gar nicht gelaufen wäre. Dabei habe ich zuletzt eigentlich gar nicht so viel trainiert“, meinte der Marktoberdorfer lapidar. Beinahe wäre ihm sogar sein persönliches Ziel gelungen, das da lautete „unter 43 Minuten zu bleiben.“

Doch wie kommt der rennende Rentner zu dieser erstaunlichen Fitness?

„Ich bin mein ganzes Leben gelaufen. Anstrengung macht mir nichts“, lautet das Motto des Bilanzbuchhalters, der am liebsten schnelle Zeiten verbucht.  Schon als Bub wurde ihm Ausdauer abverlangt. Zehn Kilometer lief er täglich zur Schule. Das prägt. In den 1960er Jahren begann Groß mit Wettkämpfen. Vor allem die Mitteldistanz hat es ihm angetan. Ein Marathon dagegen hat ihn noch nie gereizt. „Mein längster Lauf waren mal  32 Kilometer. Viele laufen einmal in ihrem Leben eine Langdistanz. Ich laufe lieber viele kürzere Distanzen und dafür jahrzehntelang“, sagt Groß schmunzelnd.

Bis heute  trainiert er beharrlich drei Mal die Woche – meistens 12 bis 15 Kilometer. Die Markenzeichen des 1,60 Meter großen Läufers sind vielen Wettkämpfern im Allgäu wohlbekannt: rudernde Arme, kleine Schritte – und ein Tempo, das die Jugend staunen lässt. Zum Vergleich: Der neuntplatzierte Tobias Krösser aus Lengenwang ist 46 Jahre jünger…

Im Cross- und Berglauf zählt Groß weltweit zu den besten Sportlern in seiner Altersklasse.  So wurde er schon zwei Mal Berglauf-Weltmeister (2010 und 2011). In diesem Jahr will er zumindest an der deutschen Berglauf-Meisterschaft teilnehmen. „Vielleicht starte ich auch bei der WM in Tschechien. Aber da warte ich mal noch ab“, sagt Groß im Telefonat mit allgaeu-ausdauer.de

Genug vom Laufen hat er jedenfalls nicht – auch wenn sich darüber so mancher wundert. Als ihn einmal ein Altersgenosse wegen seiner „wilden Rennerei“ schräg ansprach, konterte er trocken: „Du hocksch halt beim Arzt und i lauf‘ durch den Wald.“

2 Gedanken zu „Georg Groß: Mit knapp 75 in die Top Ten“

  1. Das ist Motivation pur – eine Superleistung von Georg Groß – mein aufrichtiger Respekt! Im Hinblick auf meinen Alterungsprozess und den meiner Weggefährten aus den geburtenstarken Jahrgängen: Regelmäßiges Laufen und dazu ein gut variiertes Bauch-/Rückenprogramm ist die beste Prävention gegen wohlstandsbedingte Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit. Gruß vom schbaggsl

  2. Georg ist ein absolutes Talent! Ich bestaune ihn immer wieder. Als ich mit dem Laufsport anffing, musste ich mich ihm mehrmals geschlagen geben, selbst bei meinem ersten Berglauf am Tegelberg war er nur 50 Sekunden hinter mir! Inzwischen ist der Abstand größer geworden, aber er ist auch ein paar Jährchen erfahrener als ich. Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß und Freude er ausstrahlt, egal wo man ihn trifft. Oft darf ich neben dem Berglaufweltmeister in der Umkleidekabine bei Wettkämpfen mit ihm Gespräche führen, so konnte ich erfahren, dass er nur ein paar Wettkampfschuh besaß und die seit Jahren. Als ich ihn darauf ansprach meinte er: „Ah, es gibt scho neue Schuah? Extra für Berg, Gelände und Stroß? Sowas brauch i it, i lauf mit Straßenschuah beim Berglauf.“ Georg ist ein absolutes Vorbild im Allgäu.
    Als er das letzte mal bei einem Winterlauf vor mir in der Ergebnisliste stand und ich ihn darauf ansprach meinte er nur ganz trocken und einem Lachen im Gesicht: „Die Zeit arbeitet für di!“ Wo er so Recht hat 😉
    Weiterhin viel Gesundheit und Erfolg Georg, du bisch der Größte!

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