Wenn der Marathon nicht mehr ausreicht…

Laufen, LaufsportWer eine neue Herausforderung sucht, weil ihm Marathon nach vielen Läuferjahren wie eine Kurzstrecke vorkommt (ja, diese Menschen soll es geben…), der sollte beim TV Jahn Kempten vorbeischauen. Dort gibt es eine bundesweit nahezu einmalige Schar von Ultraläufern. Das haben sie einmal mehr bei der deutschen Meisterschaft über 100 Kilometer in Kienbaum bei Berlin bewiesen. Jeweils drei Läuferinnen und drei Läufer traten für die Kemptener an – und erreichten in starken Zeiten allesamt das Ziel. Die Männer stellten sogar das schnellste Team. Die Frauen gewannen die Mannschaftswertung W35.

Die schnellste Zeit der Kemptener lief der 52-jährige Bernhard Munz in 8:32:24 Stunden. Der erfahrene Ultraläufer sicherte sich damit Platz 19 und 84 Startern. Zudem wurde er Zweiter in der Altersklasse. Jörg Schreiber folgte in 8:45:47 (27. Rang/Platz vier Altersklasse). Uli Guranti erreichte in 10:14:04 das Ziel (65. Rang/7. Platz Altersklasse). Für den 56-Jährigen waren die 100 Kilometer quasi eine “Durchlaufstation”: Er will bereits am 8. Mai am 24-Stunden-Lauf in München teilnehmen…

Laufen, TV Jahn Kempten
Die Männer- und Frauenmannschaft des TV Jahn Kempten gewann bei der deutschen Meisterschaft im 100-Kilometer-Lauf in Kienbaum jeweils einen Titel. Von links hinten: Jörg Schreiber, Uli Guranti, Bernhard Munz. Vorne von links: Antje Schuhaj, Ulrike Walter, Barbara Guranti.

Bei den Frauen feierte die ehemalige 100-Kilometer-Nationalmannschaftsläuferin Antje Schuhaj ein gelungenes Comeback auf der Langdistanz: Sie wurde Siebte in 8:57:36 Stunden. Zugleich bedeutete die Zeit Platz zwei in ihrer Altersklasse. “Es war ein tolles Erlebnis und hat mir wieder unheimlich Spaß gemacht”, sagte die 45-Jährige, die 2008 zur “Sportlerin des Jahres” in Kempten ernannt wurde.

Bei wechselhaften Bedingungen gelang ihr auf der 5-Kilometer-Runde ein konstantes Rennen, das sie eine halbe Stunde über ihrer persönlichen Bestzeit beendete. Genau wie ihre Teamkollegen vom TV Jahn hatte sie mit etwa 1000 Trainingskilometern im Winter die Grundlagen für das erfolgreiche Finish gelegt. Mit dazu bei trugen auch die Betreuer Michael Baader und Markus Ruther, die an der Strecke ihre Ausdauer unter Beweis stellten und alle “Jahnler” mit Getränken und Nahrung versorgten. Freude herrschte auch bei Barbara Guranti, 46, die ihre persönliche Rekordmarke um sieben Minuten auf 9:27:58 verbesserte. Sie belegte den zehnten Platz. In ihrer Altersklasse reichte es für den Sprung aufs Podest – Rang drei. Dritte im Bunde der konditionsstarken Frauen des TV Jahn war Ulrike Walter, 35, die bei ihrem 100-Kilometer-Debüt nach 10:02:31 Stunden das Ziel überglücklich erreichte. Sie wurde 15. im Gesamt-Klassement und belegte den zweiten Platz in ihrer Altersklasse (W35). Zum Abschluss der Tortur bewiesen die Ausdauer-Asse Team-Geist: Gemeinsam joggten sie nach dem Zieleinlauf eineinhalb Kilometer zurück zum Hotel.

Jürgen Kiebler vom TV Isny war bester Allgäuer. 2011 hatte er bereits die Ulmer Laufnacht gewonnen.
Jürgen Kiebler vom TV Isny war bester Allgäuer. 2011 hatte er bereits die Ulmer Laufnacht gewonnen.

Doch wie schafft man überhaupt einen 100er?

“Training ist natürlich wichtig. Aber mindestens genauso viel Bedeutung hat die mentale Verfassung. Man muss positiv denken, sich selbst immer wieder aufheitern”, erklärt Antje Schuhaj. Die Ex-Raucherin begann vor knapp 15 Jahren mit dem Laufen und erweiterte beim TV Jahn Kempten die Distanzen quasi Schritt für Schritt. Zum Vorbild der Extremläufer wurde der Kemptener Chirurg Dr. Thomas Miksch, der schon vor 16 Jahren seinen ersten 100er bestritt – und damit auch den letzten Zweiflern zeigte: Wenn Du wirklich willst, ist vieles möglich.

Mit dieser Einstellung hat sich mittlerweile übrigens auch ein weiterer Allgäuer über die XXL-Distanz der deutschen Spitze genähert: Jürgen Kiebler vom TV 1846 Isny wurde bei der “Deutschen” Fünfter in 7:35:39.

Die Siege holten sich Andre Collet (TG Aachener) in 6:56:22 und Pamela Veith (TSV Kusterdingen) in 8:10:53. Nur so als Motivation für alle, denen ein Marathon längst nicht mehr ausreicht….

 

4 Gedanken zu „Wenn der Marathon nicht mehr ausreicht…“

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