Spendenlauf ins Rollen gebracht

Funrun Kempten

Kempten. Alle redeten vom Wetter. Nur Verena Bentele nicht. Die hohen Temperaturen von knapp 25 Grad kümmerten die zwölffache Paralympicssiegerin kein bisschen. „Ich kann das Gejammere über das Wetter nicht leiden. Ich nehme es so, wie es kommt und ich fand es super heute“, sagte die 31-Jährige aus Lindau, nachdem sie ihre Premiere beim Halbmarathon am Sonntag in Kempten mit Bravour gemeistert hatte. Die blinde Sportlerin kam mit Begleitläufer Jürgen Böhm in 1:52:39 Stunden ins Ziel.

Kurz dahinter beendete auch ihr ebenfalls blinder Bruder Michael, 32, den Lauf über 21,1 Kilometer und genoss den Applaus der Zuschauer am Residenzplatz. „Die vielen Menschen an der Strecke haben mich sehr motiviert. Ich habe mein persönliches Ziel erreicht und bin unter zwei Stunden geblieben“, sagte Bentele. Doch weit mehr als um Bestzeiten ging es der früheren Biathletin und Skifahrerin um den guten Zweck. Bentele war der Stargast der Mannschaft „Lions meets rollies“, die mit etwa 200 5000 m KemptenStartern in blauen T-Shirts am Laufsporttag teilnahm: Egal, ob als Läufer, Nordic Walker, Rollstuhlfahrer oder Begleiter. Die meisten Starter stellte die Rollie-Truppe über fünf Kilometer. 20 Starter traten zudem beim Halbmarathon an. Der Spendenlauf des Lions Clubs (LC) Kempten-Buchenberg brachte etwa 10 000 Euro ein. Sponsorenbeiträge, Spenden und T-Shirtverkauf trugen dazu bei. 5000 m Kempten 5000 m Kempten 5000 m Kempten„Dieses stolze Ergebnis verdanken wir natürlich auch Verena Bentele“, sagte LC-Präsident Jürgen Böhm. Für ihn sei es eine „tolle Herausforderungen“ gewesen, die Vollblutsportlerin zu begleiten. Das gesammelte Geld soll „einem Tanzprojekt sowie einer Rolli-Basketballmannschaft für Menschen mit und ohne Behinderung“ zu Gute kommen.
Der Lions Club arbeitet hierbei mit dem Verein für Körperbehinderte zusammen. Dessen Vorsitzender Josef Leicht war bereits im Vorfeld von der Aktion begeistert. „Im Sport dürfen Einschränkungen keine Rolle spielen. Diese Veranstaltung kann diese Grenzen überwinden“, hatte er gesagt – und sollte damit Recht behalten. Mit von der Partie waren neben Fernsehrichter Alexander Hold auch der frühere „Wetten, dass…“-Wettkönig Marcus Grill, der selbst im Rollstuhl sitzt. Für das Tanzprojekt hat der 51-Jährige aus Kempten bereits seine Unterstützung zugesagt. Mit anderen Worten: Die Gruppe „Lions meets rollies“ hat einen Stein ins Rollen gebracht, der schwungvoll neuen Zielen entgegensteuert…

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