Munki geht am Stock…

Michael MunklerIn der Redaktion gilt er als der (Berg-)Lauffex: Rundschau-Kollege Michael Munkler, 54, hat die härtesten Rennen im Alpenraum erfolgreich gemeistert, darunter den “Transalp”, den Zugspitzlauf und sogar den Zugspitz-Ultratrail (100 Kilometer). Doch nichts von diesen Torturen plagte ihn so sehr wie die jetzige: Sein Orthopäde hat ihm Laufverbot erteilt. Geht gar nicht. Meint Munkler. Und zieht erstmals mit Nordic-Walking-Stöcken los…

Text: Michael Munkler

Blöder kann es fast nicht laufen. Nach mehr als 30, wohl eher 40 Tagen auf der Piste und im Tiefschnee in den vergangenen Monaten haute es mich dieser Tage beim Ausstieg aus dem Sessellift am Nebelhorn auf den Boden. Peinlich, peinlich. Und das Schlimmste: Sauber verdrehte es mir das rechte Knie. Schlimmste Bedenken machten sich breit. Innenband gerissen oder ist schlimmstenfalls sogar das Kreuzband lädiert?
Klarheit sollte am nächsten Tag ein Besuch beim Orthopäden schaffen. Der ließ das Knie erst einmal röntgen und bat dann auf seine Liege: „Bitte mal auf den Rücken legen und ganz locker bleiben“ . Er nahm das Bein – drehte es nach rechts und links, um zu sehen, wann es am übelsten schmerzt.P1060141
Dann die erleichternde Ansage: „Da ist nichts gerissen, das ist eine starke Bänderzerrung.“ Um dann aber doch gleich nachzulegen: „Sie sollten sechs Wochen keinen Sport machen“, riet der Orthopäde. Und eine Bandage tragen. Toll, zu Beginn der Lauf- und Bergsaison.
Das war am Mittwoch. Am Donnerstag gab´s dann die stützende Bandage (18 Euro Zuzahlung, den Rest bezahlt die Kasse) und am Freitag konnte mich auch das Sportverbot vom Arzt nicht mehr bremsen. Hauptsache raus – dann halt mit Stöcken, Nordic Walking eben. Zum ersten Mal überhaupt. Gehen mit Stöcken ist allemal besser als Nichtstun.
Doch der zwangsweise zum Nordic Walking gekommene Läufer tut sich schwer, schlurft mit den Stöcken über den Asphalt. Ganz schlimm: Diese engen Handschlaufen und das langsame Tempo… Um nicht von anderen, mir bekannten Läufern gesehen zu werden, führt mich die Tour tief in den Kemptener Wald. Nur nicht auffallen. Vielleicht ist es eben einfach so: Nordic Walking ist so etwas wie das letzte zaghafte Aufbäumen vor dem endgültigen Alt werden. Die bange Frage: Gibt es ein Leben nach dem Gang an zwei Stöcken?
Schließlich nehme ich die beiden Stecken mittig in die Hand. Die ersten Schritte – Laufend!
Es geht. Und tut kaum noch weh.
Jetzt schön langsam wieder die Laufumfänge steigern und bald ist alles wieder gut…

Silvesterlauf für Schüler

4 Gedanken zu „Munki geht am Stock…“

  1. Hi Munkel,
    bei allem Respekt vor Deiner Laufleistung! Aber walken als letztes Aufbäumen vor dem Alt-Werden!! Lauf doch mal mit einer alten 56-Jährigen, die übrigens nach zehn Jahren Nordic Walking keine Knieprobleme hat!!! Heißer Tipp: Fetzer und Pfund!

  2. Hallo Herr Munkler, Wahnsinn, was Sie da in Ihrer Laufvita stehen haben, allergrößten Respekt! Ich denke, es ist sehr sinnvoll aus sportphysiologischer Sicht das Knie durch Nutzen der Stöcke zu entlasten. Ggf. wäre auch Radfahren im kleinen Gang sinnvoll, um Ihre imposante Muskulatur (siehe Foto oben) zu “erhalten”. Gute Besserung!

  3. Hallo H. Munkler, typisch Mann, (Ich darf das sagen, bin auch ein solcher) nur nicht mit den Stöcken sich sehen lassen…unter meiner Ehre..! Ca 2/3 aller Teilnehmer an Nordic Walking Sport sind Frauen, warum wohl? “Mann” geht lieber, Hände am Rücken, Baustellen schauen in der Fußgängerzone! Wer auch als “Mann” mit den Stöcken 6-7 km/Std gerade im Voralpenland 2-3x in der Woche unterwegs ist kauft sich kostenlos Fitness und Gesundheit. Glauben Sie mir, ich kenne zwischenzeitlich Generationen von einstmal sehr guten Marathoni´s. Ich bin mit 73 immer noch ohne irgend welche Beschwerden unterwegs. Aber was zählt heute schon ein “stabiles” Beispiel. Eurer Schorsch!

  4. Hallo Michael. Habe heute durch Zufall von Deinem Missgeschick gelesen.Aber tröste Dich,auch die 6Wochen gehen vorüber und dann greifst Du wahrscheinlch wieder voll an.Denke: Es gibt Schlimmeres!!!!.Du Kannst ja nach der Pause wieder laufen.Übrigens ich bin,so glaube ich, von der Truppe damals die einzige noch welche
    läuft, auch Marathon.Dir wünsche ich auf jeden Fall gute vor allem schnellste
    Genesung.

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