Brothers puschen Brader

Der Allgäuer Triathlet Christian Brader (mitte)  mit den Brüdern Michael (links) und Andreas Raelert in den USA.
Der Allgäuer Triathlet Christian Brader (mitte) mit den Brüdern Michael (links) und Andreas Raelert in den USA.

Der Allgäuer Triathlon-Profi Christian Brader bereitet sich erstmals mit Deutschlands erfolgreichstem Geschwister-Duo, Andreas und Michael Raelert, auf die Saison vor. Raus aus dem Nebel. Rein in den Flieger. Und endlich Sonne tanken. Auf den ersten Blick ist Triathlon-Profi Christian Brader vom TV Memmingen nur zu beneiden. Der 32-jährige flog Anfang der Woche nach Boulder/Colorado, wo den Ironman-Spezialisten zumindest angenehmeres Wetter als derzeit im Allgäu erwartet. Doch der sechsmalige Hawaii-Teilnehmer wird in den USA nur wenig Gelegenheit zum Entspannen haben. Er hat sich ein knallhartes Trainingsprogamm verordnet – und zwar zum ersten Mal gemeinsam mit den Brüdern Andreas und Michael Raelert, die wie der Unterallgäuer zum Team Erdinger Alkoholfrei gehören. Die beiden Rostocker sind längst dort, wo Brader endlich hin möchte: in der Weltspitze.

Der 36-jährige Andreas wurde im Vorjahr Vizeweltmeister auf Hawaii (8:23:49 Stunden). Sein vier Jahre jüngerer Bruder ist amtierender Europameister auf der halben Ironman-Distanz und gab im Vorjahr in Regensburg (2. Platz) ein starkes Ironman-Debüt.

“Ich verspreche mir durch die gemeinsamen Einheiten einiges. Ich will die Top Ten auf Hawaii angreifen. Das ist schon seit Längerem mein Ziel. Mir bringt das Training mit den Raelert-Brothers sicher mehr als den beiden. Aber ich denke, wir kommen sehr gut gemeinsam klar”, sagt Brader, dessen bislang bestes Hawaii-Resultat der 16. Platz 2010 war. Im Vorjahr qualifizierte er sich für den Saisonhöhepunkt nach vier Ironman während der Saison erst auf den letzten Drücker – und brach im Rennen selbst dann ein. “Im Prinzip bin ich nur noch locker zu Ende gejoggt”, sagte er damals über seine verkorkste WM (142. Platz, 9:35:22 Stunden).

Nun  treiben ihn die Raelerts zu neuen Höhen. Bis zum Saisonstart am 4. Mai beim Ironman 70.3 in Utah/USA kalkuliert Brader mit einer “35-Stunden-Woche” an reinem Training. Über den Daumen gepeilt spult er pro Woche folgendes Programm ab: 25 Kilometer Schwimmen, 400 Kilometer Radfahren, 100 Kilometer Laufen.

Vor allem beim Schwimmen hängt sich Brader mächtig rein. Den Winter über hat er in einer starken Trainingsgruppe in Sankt Gallen/Schweiz seine Kilometerzahlen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, erzählt er. Sein Ziel: “Ich will Richtung 50 Minuten aus dem Wasser kommen. Der Rückstand zur Spitze muss kleiner werden!” Zum Vergleich: Seine bisherige Bestzeit liegt bei “um die 52 Minuten”. Während Radfahren Braders große Stärke ist, will er auch beim Laufen mehr aus sich herausholen, um seinen Traum zu verwirklichen.

“Wir werden viel Koppeltraining machen”, verrät Brader, der mit den Raelerts zuletzt bereits ein Trainingslager in Saarbrücken und auf Fuerteventura absolvierte. Betreut wird das Trio von Trainer Wolfgang Bott (Saarbrücken).  “Das ist ein neuer Impuls für mich, nachdem ich viele Jahre hauptsächlich alleine trainiert habe”, sagt Brader, dessen Freundin, die Schweizer Triathletin Petra Janeckova, ihn in die USA begleitet.

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