Verena Bentele: So erreicht Ihr Euer Saisonziel

Die blinde Langläuferin und Biathletin Verena Bentele gewann 12 Goldmedaillen bei den Paralympics. Nach den Spielen 2010 in  Whistler ( Kanada) beendete sie ihre Karriere.   Foto: dpa
Die blinde Langläuferin und Biathletin Verena Bentele gewann 12 Goldmedaillen bei den Paralympics. Nach den Spielen 2010 in Whistler ( Kanada) beendete sie ihre Karriere. Foto: dpa

Barrieren? Scheint es für sie nicht zu geben: Die zwölffache Paralympics-Siegerin Verena Bentele, 31, startet beim 16. Halbmarathon in Kempten am Sonntag, 14. April, um 13.30 Uhr. Die blinde Ausnahmesportlerin unterstützt bei ihrer Premiere eine Spendenaktion für den Behindertensport. Für die gebürtige Lindauerin ist der “Abt Laufsporttag” eine Zwischenstation: Ihr Saisonhöhepunkt ist der Rad-Marathon in Norwegen von Trondheim nach Oslo (540 Kilometer) im Juni. Zudem will sie den “München Marathon” am 13. Oktober meistern. Für die Leser von allgaeu-ausdauer.de hat sie fünf Motivationstipps parat. 

Von Ronald Maior  

1. Festes Ziel: Das muss sich jeder Sportler am Anfang setzen. Es geht um etwas Konkretes, an dem man sich orientieren und wofür man arbeiten kann. Wenn man einen Punkt festgelegt hat, erleichtert das den Weg dorthin.

 2.  Richtiges Umfeld: Wenn man ein Ziel gefunden hat, ist es wichtig, es mit den richtigen Menschen zu verfolgen. Das können Freunde, Familie oder Arbeitskollegen sein. Hauptsache, sie helfen Dir, Dich zu motivieren. In einem Umfeld, in dem alle an einem Strang ziehen, ist Deine Hemmschwelle höher, das Ziel aus den Augen zu verlieren oder aufzugeben.

 3.  Plan und Struktur: Für Anfänger sind ein Zeitplan und eine geordnete Struktur das Wichtigste. Zu Beginn muss jeder für sich – ohne Vorgaben von außen – überlegen, welche Zwischenziele für ihn realistisch sind. Das A und O ist die richtige Organisation. Neben einem guten Zeitplan ist es wichtig, zu wissen, welche Ziele mit dem alltäglichen Leben kombinierbar sind.

 4. Regeln und Disziplin: Den eigenen Schweinehund zu überwinden, ist oft das Schwierigste – gerade für Neulinge. Bei der Planung eines Kalenders ist es wichtig, realistisch zu bleiben und nur Ziele zu setzen, die man einhalten kann. Sobald ein Plan steht, darf es davon kein Abrücken geben. Die Regeln, die man sich setzt, müssen knallhart eingehalten werden! Denkt daran: Motivation kann niemand anders erzeugen als Ihr selbst. 

 5. Belohnungssystem: Regeln und einen Plan einzuhalten ist das Eine, sich dafür zu belohnen, ist das Andere – und auch kein Widerspruch. Wenn man für etwas hart gearbeitet hat, ist es umso schöner, eine vorher festgelegte Belohnung zu bekommen. Die Freude auf das Danach erleichtert es, Schmerzgrenzen zu überwinden. Beispiel: Wenn man sich mit Freunden am See verabredet, kann man hin- und auch wieder zurückjoggen – und sich mit der Zeit am See belohnen.

Ich bin gespannt, mit was Ihr Euch nach dem Halbmarathon in Kempten belohnt – egal ob Ihr über 21,1 oder 5 Kilometer startet… 🙂

P.S.: In Kempten startet Verena Bentele mit Begleitläufer Hans-Jürgen Böhm, dem Präsidenten des Lions-Club-Kempten-Buchenberg. Nicht mehr als ein um den Arm gewickeltes Seil verbindet sie mit ihrem Begleiter.

Ein Gedanke zu „Verena Bentele: So erreicht Ihr Euer Saisonziel“

  1. Hallo Verena, Deine 5 Regeln sind auch für jeden Kranken, der sich Reha-Ziele gesteckt hat, super. Bitte weiter solche Artikel. Danke, Christian

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